Größte Herausforderungen im Handwerk 2026 – Fachkräftemangel, Bürokratie, Digitalisierung & Liquidität

  • Inhaber sind gleichzeitig Meister, Organisator, Kalkulator, Projektleiter, Personalchef und oft selbst mit auf der Baustelle bzw. in der Werkstatt.
    Dadurch bleiben strategische Themen wie Akquise, Prozesse, Digitalisierung und Controlling liegen und das Burnout-Risiko steigt.
  • In fast allen Beispielen gibt es „1 halbtags im Büro“, was für Angebote, Rechnungen, Mahnwesen, Doku, Portale, Telefon und digitale Themen nicht reicht.
    Folge: Aufgaben bleiben liegen oder landen wieder beim Chef, was Engpässe im gesamten Betrieb erzeugt.
  • Löhne steigen durch Tarifabschlüsse und Fachkräftemangel, gleichzeitig lassen sich die Personalkosten wegen Konkurrenz um Arbeitskräfte kaum drücken.
    Das belastet die Marge besonders, wenn Auftragslage oder Preise im Markt schwächeln.
  • Quer durch alle Gewerke steigen Materialpreise (Holz, Stahl, Gips, Elektrokomponenten, Fensterprofile, Ersatzteile etc.).
    Zusätzlich erhöhen Energie-, Diesel- und Fuhrparkkosten den Fixkostenblock deutlich.
  • Viele Betriebe müssen Material und Löhne bei Projekten lange vorfinanzieren, während Bauträger, öffentliche Auftraggeber oder Privatkunden spät zahlen.[1]
    Dadurch steigt das Risiko von Liquiditätsengpässen trotz gut gefüllter Auftragsbücher
  • Starker Wettbewerb durch viele Betriebe, Billiganbieter, Discounter, Importe und „Do-it-yourself“-Kunden drückt die erzielbaren Preise.
    Betriebe müssen sauber kalkulieren (Haftung, Normen), konkurrieren aber mit Dumping-Angeboten, die wirtschaftlich kaum darstellbar sind
  • Nahezu alle Gewerke klagen über hohe Bürokratie: Arbeitsschutz, Normen (VDE, TRGI, EnEV, Brandschutz etc.), Prüfprotokolle, E‑Rechnungen und diverse Portale.
    Diese Anforderungen kosten viel Zeit, bringen aber keinen unmittelbaren Umsatz und überfordern vor allem kleine Büros
  • Terminplanung mit kleinen Teams, wetterabhängige Arbeiten und Abhängigkeiten von anderen Gewerken führen immer wieder zu Chaos und Stand-by-Zeiten.
    Maschinen- und Materiallogistik (Ausfälle, Lieferverzögerungen, Verschnitt) verschärfen das Problem zusätzlich
  • In fast allen Gewerken fehlen qualifizierte Gesellen, gute Leute wechseln oft zu größeren oder besser zahlenden Betrieben.
    Gleichzeitig ist die Ausbildung zeitintensiv, Azubis brauchen viel Betreuung und brechen unter Stress oder fehlender Perspektive überdurchschnittlich häufig ab